Männertage: Kritik an Veranstaltern der Münchner Medientage


Sissi Pitzer mobilisierte vier Netzwerke der Medienfrauen für einen gemeinsamen „Offenen Brief“ an die Veranstalter der Münchner Medientage, die im Oktober stattfinden werden. Sie prangern den eklatanten Frauenmangel auf den Podien an: von 322 Referenten und Diskussionsteilnehmern der Veranstaltung sind gerade mal 57 Frauen.

Frauen moderieren und Männer vertreten ihre Meinung

Portrait_Sissi_Pitzer_2011_400x400Auch die Elefantenrunde zum Auftakt der Medientage folgt dem Muster „Frauen moderieren und Männer vertreten ihre Meinung“. Dazu die Verfasserinnen des Briefes: „Die seit Jahren virulenter werdende Diskussion um mehr Frauen in Führungspositionen, nicht nur, aber auch in den Medien – an den Medientagen München scheint sie vorbei zu gehen. (…) Die Zeiten der Alibi-Frauen sind vorbei: Wir fordern eine paritätische Besetzung der Podien! Wir und die Kolleginnen, die sich in unseren Netzwerken engagieren, haben keine Lust mehr auf Männer, die glauben, die (Medien-)Welt erklären zu können. Dabei fehlen die abweichenden Meinungen, die anderen Rollenbilder, der weibliche Blick aufs Geschehen. Übrigens gibt es auch unter Männern schon viele, die das genauso sehen und ungern an einseitig besetzten Panels teilnehmen.“

„Wir würden ja gern…“

Banale Zählerei? Seit Jahren schon werden Zahlen veröffentlicht, die ganz klar belegen, dass Frauen auf den Podien unterrepräsentiert sind und ihre Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit nicht einmal der Realität in den Führungsetagen entspricht – in allen Branchen. Dabei sind Role Models tatsächlich ein Kernthema für die Dynamik des Female Shift in unserer Gesellschaft und damit eben auch für Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft. Super, dass die Medienfrauen jetzt auch für ihre Branche mit dem Thema an die Öffentlichkeit gehen.

 „Wir würden ja gern… haben es versucht … tolle Erfolge … eine Sonderveranstaltung über das Frauenproblem“: Die Reaktion der Kongress-Veranstalter auf den Brief war wenig überzeugend. Inzwischen gibt es aber ein Gesprächsangebot an die Autorinnen dieses Briefes – es bleibt spannend.
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