Interview

W&V-Frauen-Netzwerk: Interview mit Regina Mehler

WSF-Gründerin Mehler: „Gemischte Teams funktionieren besser“

Ohne Männer geht es nicht. Auch die Frauen-Power hat da ihre Grenzen. „Innovationskraft durch Demokratisierung und Partizipation“ lautet daher das Motto des Women Speaker Foundation Summit 2015, bei dem am 7. und 8. Mai in Frankfurt am Main männliche und weibliche Manager zusammenkommen. Ziel ist es, durch einen höheren Anteil an Frauen in Führungsetagen für mehr größeren Unternehmenserfolg zu sorgen. Das W&V Frauen-Netzwerk sprach dazu mit Regina Mehler, Initiatorin des Summit

und Gründerin der Women Speaker Foundation.

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Frau Mehler, das Motto des Summit der WSF lautet dieses Jahr: Innovationskraft durch Demokratisierung und Partizipation. Was ist damit gemeint?

Für den diesjährigen Summit haben wir ein Thema gewählt, dass von Frauen wie Männern in Führung gleichermaßen Veränderung einfordert. Durch mehr Mitsprache von Mitarbeitern und Kollegen wird sich der Managementstil verändern. Diese Herausforderung wollen wir auf Augenhöhe diskutieren. Und dafür haben wir mit der Deutschen Bahn einen Partner gefunden, der geübt und versiert ist im Change Management. Wir sind gespannt auf die verschiedensten Blickwinkel, die sich in den Diskussionen ergeben werden. Weiterlesen

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Interview, Presseartikel

„Viele Frauen haben es sich in der Mitte ganz schön gemütlich gemacht“

Monique Siegel im brand eins Interview mit Gabriele Fischer

Das ist eine kurze Zusammenfassung des kontroversen und unbedingt lesenswerten Gesprächs im neuen Heft.


„So viele hoch qualifizierte Frauen verlassen die Universitäten, Fachkräfte werden überall gesucht, und nie waren die Chancen besser – dennoch reden viele Frauen am liebsten über die Nachteile, die ihr Geschlecht mit sich bringt.“, sagt Monique Siegel. Frauen könnten alles erreichen – aber sie müssten es wollen. “ Was ich den Frauen verüble, ist, dass ihre Gedanken oft nur um den eigenen Bauchnabel kreisen.“ Niemand kriege alles, so Monique Siegel weiter, auch Männer müssten verzichten, wenn sie Spitzenjobs haben wollten.

Sind Frauen die besseren Manager?

Monique_SiegelAuf diese Frage antwortet Monique Siegel: „Diversity ist der bessere Manager – wir brauchen die Ergänzung, die Vielfalt. Es gibt gute und schlechte Manager in beiden Geschlechtern, es gibt Zicken und Despoten. Es gibt Frauen, die andere Frauen fördern, aber auch solche, die neidisch sind, und wir müssen lernen damit zu leben.“ Der Zynismus und die absurden Wetten darauf, dass jemand verliert, die Jagd nach immer höheren Boni in der Finanzkrise seien Auswüchse einer Monokultur. Inzwischen gebe es eine Menge Studien von McKinsey, Boston Consulting, Deutsche Bank, die alle zu dem Schluss kämen, dass es profitabler sei, „Wenn Frauen und Männer ein Unternehmen gemeinsam führen.“ Es gehe eher um Ökonomie als um Frauenförderung: Monique Siegel ist mittlerweile für eine auf fünf Jahre begrenzte Quote, „Offenbar brauchen Männer einen gewissen Druck, um ihr Unternehmen profitabel zu machen.“

Die Frauenfrage in der Generation Y

Auf die Frage, ob es die Frauenfrage in zehn Jahren noch geben werde, antwortet die Trendanalytikerin: „Nein.“, weil die Generation Y ganz andere Probleme haben werde und zum anderen, weil die neue Generation mit dem Thema entspannter umgehe und ähnliche Ziele habe. „Auch

junge Männer wollen Zeit für ihre Familie haben, die alten Konkurrenzspiele öden sie an und mit den Statussymbolen ihrer Väter können sie wenig anfangen.“ Sie müssten nur wie die Frauen lernen, ihre Forderungen einzubringen und die Tatsache zu nutzen, dass sie in einer starken Position seien.

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Veröffentlichungen unserer Rednerinnen

Wollten Sie nicht immer schon die Welt verändern?

„War’s das schon?“

„Weil Frauen glauben, sie müssten mit Männern konkurrieren, passen sich nach wie vor viele einem bereits kaputten System an, anstatt es aus der Pole-Position heraus in Frage zu stellen.“, so Dr. phil. Monique Siegel, Autorin und Trendanalytikerin, in ihrem neuen Buch „War’s das schon? Wie Frauen ihre Chancen verpassen“, das demnächst auf den Markt kommt. 

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Statt Geschlechterkampf brauchen wir einen Systemwechsel, für den sich beide, Männer und Frauen, gemeinsam engagieren. Der Megatrend „Female Shift“ sei bereits seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nachweisbar: dieser Transfer von Einflussnahme, Entscheidungskompetenz und Verantwortung hin zu den Frauen ermögliche das Schmieden neuer Allianzen für das nötige Umdenken in Wirtschaft und Gesellschaft. Frauen allerdings müssen sich jetzt der einmaligen Situation in der Geschichte bewusst werden und sie nutzen, so Monique Siegel weiter. Weiterlesen

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Dual Career

„NEUE PAARE“ IN FÜHRUNG

Es ist Zeit, das Rabenmutter-Phantom zu verabschieden und es in die Mottenkiste der Sozialgeschichte zu stecken. Die Wahl des „richtigen“ Partners ist die wichtigste Karriere-Entscheidung einer Frau, sagt Sheryl Sandberg, Facebook CEO und Autorin, in ihrem Buch „Lean in“. Dual Career ist zum Vorbild geworden und steht hoch im Kurs. Die Chance für Männer: Life-Balance ist die beste Burn-out-Prävention und trägt zum Lebensglück bei. „Wenn männliche Führungskräfte mehr Freiraum für familiäre Interessen fordern, können sie das Väterthema durch ihr Beispiel im Unternehmen und in der Gesellschaft mehr voranbringen, als zahlreiche Verlautbarungen und Absichtserklärungen.“, so Kathrin Walther und Helga Lukoschat in ihrer Studie (2008) „Kinder und Karrieren: Die neuen Paare“.

InKlusion ist ein Männerthema

Die zentrale Erkenntnis über Mütter in Führungspositionen, aus der Vorgängerstudie war, „dass erfolgreiche Mütter männliche Partner an ihrer Seite haben, die ihre Frauen in jeder Beziehung unterstützen und bereit sind, ebenfalls eine aktive Rolle in der Familie auszuüben.“ Die „Neuen Paare“ haben Vorbildcharakter und Ausstrahlung, sie sind ein Zukunftsmodell und – jedenfalls wenn sie gefragt werden – glücklicher, weil sie einander aus eigenem Erleben der gleichen Probleme mehr Verständnis entgegenbringen. Weiterlesen

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Frauen und Innovation

//3 INNOVATIONSMANAGEMENT: PROJEKT „LEAKY PIPELINE“

Corinna Conradt

Es liegt nicht an der Ausbildung: über die Hälfte der Absolventen an deutschen Hochschulen sind Frauen, EU-weit sind es 59%, aber nur ein Drittel aller Führungspositionen sind weiblich besetzt und nur 2,4% im Topmanagement der 500 größten deutschen Unternehmen. Es liegt auch nicht an der Art der Qualifikation: in Deutschland rekrutiert sich der überwiegende Teil der Vorstandsposten aus BWLern und Juristen – Fächer, in denen die Abschlüsse unter Männern und Frauen gleichmäßig verteilt sind. Wir sprechen hier also auch von einer „Leaky Pipeline“: Wo sind all die ambitionierten, intelligenten und talentierten Frauen geblieben? Wo scheren sie aus, wo geben sie auf, wann ziehen sie sich zurück aus ihrer vielversprechenden Karriere und warum?

Den „Brain Drain“ stoppen – ein Milliardenprojekt

Was bedeutet es für ein Unternehmen oder für eine Institution, wenn ausschließlich Männer an der Spitze stehen? Es heißt: hier sitzen nicht die besten Köpfe ihres Faches, weil der Pool bereits vor der Auswahl halbiert wurde. Einfache Rechnung: kein Unternehmen, das innovativ ist und sich im Markt behaupten muss, kann es sich leisten, 50% der besten Köpfe den Wettbewerbern zu überlassen – national wie international. Nicht „Political Correctness“ (PC) steht also bei der Suche nach weiblichen Talenten im Vordergrund, sondern der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Institutionen und Unternehmen aber sind für Frauen weit weniger interessant, wenn sie eine männliche Managementkultur beim potentiellen Arbeitgeber vermuten. Weiterlesen

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Frauen in der Politik

Interview mit der Münchner OB-Kandidatin Sabine Nallinger

Frau Nallinger, Sie kandidieren als Oberbürgermeisterin in München – welche Erfahrungen haben sie mit den Männerkulturen in der Politik gemacht und was denken Sie, warum es nur so wenige Frauen in Führungspositionen in der Kommunalpolitik gibt?

Foto: Konrad Fersterer

Foto: Konrad Fersterer

Sabine Nallinger: Ich verfüge nicht über lange Erfahrung in der Parteipolitik. Ich bin allerdings schon sehr früh ein politischer Mensch gewesen, politisch interessiert, habe mich auch eingebracht in Bürgerinitiativen und in Vereinen und habe mich eingemischt. Ich bin vielleicht vor 13 oder 14 Jahren bei den Grünen eingetreten und ich bin jetzt seit knapp sechs Jahren im Stadtrat. Davor habe ich mich sehr auf meinen Beruf konzentriert und habe da natürlich schon auch  grüne Projekte voran getrieben in der Stadt und in der Verkehrsplanung, aber ich bin quasi eine Quereinsteigerin in der Politik. Auch mein Beruf ist eine Männerdomäne, ich bin ja Stadt- und Verkehrsplanerin. Als ich vor über 20 Jahren angefangen habe,  war die Verkehrsplanung ein reiner „Männerladen“.

WOMEN SPEAKER FOUNDATION: Warum ist es für Frauen schwierig in der Politik weiter zu kommen, wo sind die Barrieren?

Sabine Nallinger: Wir hatten ja viele Jahre in Frankfurt die Petra Roth, die einen super Job gemacht hat und auch Städtetags-Präsidentin gewesen ist. Mittlerweile gibt es keine einzige Großstadt mehr, die von einer Frau regiert wird. Weiterlesen

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Frauen und Innovation

//2 WER GEWINNT DAS RENNEN?

 

Corinna Conradt

Auf der Poleposition der Agenden von Executives rund um den Globus steht das Thema Innovation: Kapazitäten, Budgets, Prozesse, Output und Return on Invest (RoI). Innovationskraft ist der Schlüssel zu Wettbewerbsfähigkeit und Erfolg – woran auch immer man den messen möchte. Der Entrepreneur, so schon Joseph Schumpeter Anfang des 20. Jahrhunderts, suche seine wirtschaftliche Position durch Innovationen zu verbessern. Es sei der Unternehmergeist, der Innovationen erzwinge und damit Wirtschaftswachstum und sozialen Wandel vorantreibe. Aber wie finde ich Lösungen für Probleme oder Antworten auf Fragen, die noch niemand gestellt hat? Wie organisiere ich die reibungslose „Creatio ex Nihilo“ und wie wird der ständige Zugriff auf Problemlösungen zur Vermeidung von Krisen institutionalisiert? Wie müssen innovative Teams aussehen? So ist es weltweit seit Jahrzehnten ein zentrales Anliegen, herauszufinden, wie Innovationen entstehen, wie man sie forciert und plant – wie erfolgreiches Innovationsmanagement aussieht. Weiterlesen

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Frauen und Innovation

//1 NEWS AUS DAVOS UND LONDON

Tatsächlich ist der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten sowie auch in hohen politischen Ämtern bei uns in Deutschland wieder leicht zurückgegangen. Dabei gibt es eine klare Korrelation im „Gender Gap Report“ des World Economic Forum (WEF) zwischen „Economic Performance“ eines Landes und der Beteiligung von Frauen an Macht, Bildung und Besitz. Diese Beteiligung sei ausschlaggebend für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und pro-Kopf-Einkommen einer Gesellschaft, sagte Christine Lagarde (in ihrer Eigenschaft als Managing Director in der „Richard Dimbleby Lecture“ vor dem International Monetary Fund (IMF) am 3. Februar 2014).

Gender Diversity ist vom „Nice-to-have“ zum Businesscase geworden. Unternehmen stehen im Wettbewerb um es bei weiblichen Highprofessionals auf die Liste der „Wunscharbeitgeber“ zu schaffen und entwickeln Employer Brandings die 100-prozentig „inclusive“ sind. Weiterlesen

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Summit

„Holt die Männer mit ins Boot.“

… der nächste Schritt in den Diversity Abteilungen ist vorgegeben

Dies ist ein Artikel von Gabriele Schendl-Gallhofer, Initiatorin der Plattform, Pumps & Shoes über den Summit der Women Speaker Foundation: „Nachdenkliches und Erfreuliches zum Women-Speaker-Foundation-Summit vom 13.0.9.2013 in München. Subjektive Betrachtungsweise über eine bewegende Veranstaltung“

 

Gabriele Schendl-GallhoferDa war sie wieder, diese freudige Anspannung, diese Lust auf Information und auf Gespräche mit interessanten Menschen. Mit dem Lift in das 5.Stockwerk eines Hochhauses in München fahren und dann nur dem Stimmengemurmel folgen. Ein interessanter und bestätigender Tag nahm seinen Anfang. Vorneweg, der Tag war gespickt mit interessanten Vorträgen von hoher Qualität und wertvollen Informationen. Es war ein Genuss. Ein herzlicher Dank an die Organisatorin dieser Veranstaltung: Regina Mehler.  Weiterlesen

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Summit

Summit am 13.9. : Der Countdown läuft

Latest Update: Signierstunde mit Dr. Rebekka Reinhard – bereits vor dem offiziellen Erscheinen können Sie ihr neues Buch „Schön“ bei uns kaufen!

Freitag ist es soweit: um halb zehn beginnt der Einlass zu unserem Summit in der Landsberger Straße in München.  Die Agenda steht: volles Programm vom Frühstück bis zum Dinner mit Profis für Präsentation und PR, mit Protagonisten des Wertewandels aus den Chefetagen der Konzerne und mit viel Zeit zum Netzwerken. Interviewer und Kamerateam sind gebrieft, Tickets gebucht und das Essen bestellt (FTI hat die einzige „Kantine“ mit Sternekoch…). Ein Rest-Kontingent an Plätzen gibt es noch – also Last Chance für Spätentschlossene: jetzt oder nie.

Aber wenn Sie es nicht schaffen dabei zu sein, können wir Ihnen einen kleinen Trost bieten: Es wird die DVD zum Event geben – eine Aufzeichnung aller Beiträge incl. Footage rund um unseren Summit. Für 99 Euro (zzgl. MwSt.) können Sie diese DVD bereits jetzt bestellen – auf das tolle Catering allerdings müssen Sie dann verzichten…

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