Frauen in der Politik

„So regiert die Kanzlerin“: Interview mit Margaret Heckel

Dr. Margaret Heckel Frau Heckel, sie sind Journalistin und Autorin des Buches „So regiert die Kanzlerin“. Wie beschreiben Sie den Führungsstil von Angela Merkel? Ist das eine typisch weibliche Art zu führen? Was unterscheidet die Kanzlerin von ihren männlichen Politikerkollegen?

Margaret Heckel: Ich glaube nicht, dass Angela Merkel einen speziell weiblichen Führungsstil hat. Was sie aber nach meiner Beobachtung von sehr vielen Politikern unterscheidet, ist die Fähigkeit, auch mal „neben sich zu stehen“, also sozusagen von außen auf ihre Handlungen zu gucken. Sie kann das, weil sie nicht besonders eitel ist. So ist sie in der Lage, klarer zu analysieren als viele ihrer Politikerkollegen. Und das ist letztlich der Grund, dass die Frau, die so lange in ihrer Laufbahn unterschätzt wurde, immer wieder als Siegerin rausgekommen ist. Sie war den entscheidenden Zug weiter und hat die verschiedenen Handlungsoptionen ihres Gegenübers schon durchdacht, bevor der sich überhaupt für eine dieser Handlungsoptionen entscheidet. Dieses „Mal-neben-sich-stehen“ schärft die Analysefähigkeit. Weiterlesen

Frauen in der Politik

Interview mit der Münchner OB-Kandidatin Sabine Nallinger

Frau Nallinger, Sie kandidieren als Oberbürgermeisterin in München – welche Erfahrungen haben sie mit den Männerkulturen in der Politik gemacht und was denken Sie, warum es nur so wenige Frauen in Führungspositionen in der Kommunalpolitik gibt?

Foto: Konrad Fersterer

Foto: Konrad Fersterer

Sabine Nallinger: Ich verfüge nicht über lange Erfahrung in der Parteipolitik. Ich bin allerdings schon sehr früh ein politischer Mensch gewesen, politisch interessiert, habe mich auch eingebracht in Bürgerinitiativen und in Vereinen und habe mich eingemischt. Ich bin vielleicht vor 13 oder 14 Jahren bei den Grünen eingetreten und ich bin jetzt seit knapp sechs Jahren im Stadtrat. Davor habe ich mich sehr auf meinen Beruf konzentriert und habe da natürlich schon auch  grüne Projekte voran getrieben in der Stadt und in der Verkehrsplanung, aber ich bin quasi eine Quereinsteigerin in der Politik. Auch mein Beruf ist eine Männerdomäne, ich bin ja Stadt- und Verkehrsplanerin. Als ich vor über 20 Jahren angefangen habe,  war die Verkehrsplanung ein reiner „Männerladen“.

WOMEN SPEAKER FOUNDATION: Warum ist es für Frauen schwierig in der Politik weiter zu kommen, wo sind die Barrieren?

Sabine Nallinger: Wir hatten ja viele Jahre in Frankfurt die Petra Roth, die einen super Job gemacht hat und auch Städtetags-Präsidentin gewesen ist. Mittlerweile gibt es keine einzige Großstadt mehr, die von einer Frau regiert wird. Weiterlesen

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